Bunter Reigen

31.05.2019

270 Arbeitsstunden sind im PH-Studium für die Bachelorarbeit vorgesehen. 270 Arbeitsstunden, die sich bezahlt gemacht haben. Die Vielfalt der Vertiefungsarbeiten und Portfolios war auch dieses Jahr erstaunlich, wie die Vernissage am 28. Mai gezeigt hat.

Der Strauss an Themen reichte von Arbeiten mit einem fachdidaktischen Fokus zu Arbeiten, welche sich fächerübergreifenden Kompetenzen widmeten. Beispiele gefällig? «ErzählKunst - eine Analyse der Qualitätsmerkmale von gutem und fesselndem Erzählen», «Umgang mit dem Tod im Zyklus 1», «Das Puppenhaus - ein Kinderspiel?!», «Klassengeist - Durch Interventionen aus einer Klasse eine Gemeinschaft bilden», «Ramadan in der Schule», «Wertvoll unterrichten: Eine Unterrichtsreihe zur Werteerziehung in der Mittelstufe», «Fasnacht als vielfältige Lerngelegenheit», «Clevere Aufgaben zum Thema Römer», «Schaffhauser Leitfaden zur Begegnung mit Religionsgemeinschaften», «Frustrationstoleranz - Aufbau und Förderung im Kindheitsalter».

Die Vielfalt ist so breit wie die Interessen der Studierenden, welche in Kürze ihr Studium abschliessen werden. Vier von ihnen dürfen auf eine besondere Ehre hoffen: die Prämierung ihrer Arbeit durch den Vorstand des Vereins PHSH. Lea Bancroft ist eine von ihnen. Sie hat sich die Frage gestellt, inwieweit Musik den Lernerfolg und die Lernmotivation beeinflussen. Sie hat herausgefunden, dass Musik dann einen Einfluss auf die Motivation hat, wenn sie als Abwechslung für eine kurze Sequenz eingesetzt wird. Die dadurch erzielte Leistungsbereitschaft hat dann auch eine signifikante Wirkung auf den Lernerfolg.

Thierry Donzé hat ein völlig anderes Thema gewählt. Er hat sich mit dem Selbstkonzept in der Kampfkunst befasst. Er sprach in seiner kurzen Präsentation denn auch immer von «Kampfkünstlern». Er selber betreibt diese Kunst seit 10 Jahren. In seiner empirisch beeindruckenden Arbeit hat er sechs verschiedene Selbstkompetenzbereiche herausgearbeitet und diese auch priorisiert. Das schulische Selbstkonzept erzielte dabei erfreulicherweise die grösste Effektstärke.

Milena Schraff hat sich auf Spurensuche nach dem Homo ludens begeben. Sie hat ihn zunächst beim freien Spiel mit Puppen in ihrer WG gefunden, dann aber natürlich auch im Schulalltag. Dabei war Len, die Mittelsfigur (ein Hase), eine zentrale Persönlichkeit. Die Studentin hat die Magie einer solchen Figur entdeckt, und zwar in ihrer Ganzheitlichkeit. Spiel, so die Erkenntnis, wirkt dann am meisten, wenn es eine freiwllige Handlung  und zweckfrei ist. Die Verfasserin ist gleichwohl überzeugt, dass Spiel anders als Leben ist.

Fabio Wehrli hat sich als Vierter der zur Prämierung Vorgeschlagenen mit der Förderung von prosozialem Verhalten in der Schule befasst. Auf der Basis des Lehrplans 21 hat sich der Student die Frage gestellt, wie Lernende auf konstruktive Art miteinander umgehen können. Daraus hat er dann ein Repertoire von Ideen entwickelt. Er hat in seiner Präsentation von «Brillen» gesprochen: Jede/-r sieht seine eigene Wahrheit. Die Massnahmen zur Förderung des prosozialen Verhaltens hat der Autor schliesslich mit einer Klasse durchgeführt.

Zum Abschluss der Vernissage wurden schliesslich auch noch die Portfolios der Studierenden H16 gewürdigt. Wie immer geschah dies in Kleingruppen, weil die Portfoliotexte persönlicher Natur sind - und das ist auch gut so. Mancherorts entstanden denn auch persönliche und intensive Gespräche. Das Interesse der Studierenden des nachfolgenden Studiengangs war den Autoren/-innen jedenfalls gewiss.   

Text und Fotos: Thomas Meier