Im Spiegel der andern

22.08.2019

Sich bilden heisst zwangsläufig, sich mit andern auszutauschen. Für eine Bildungsinstitution gilt dies in erhöhtem Mass. Die PHSH hat während des letzten Jahres den Austausch mit Angehörigen anderer Pädagogischer Hochschulen zum Thema gemacht.

An den kürzlich abgehaltenen PHSH-Tagen wurde Bilanz gezogen. Unter dem Etikett «Im Spiegel der andern» berichteten und diskutierten die Dozierenden der PHSH über ihre Erkenntnisse. Wie etwa wird das Thema Spiel an anderen PHs in der Lehre verortet? Was gibt es für Coaching-Angebote für Lehrpersonen andernorts? Wie entwickelt sich die Hochschullehre im Ausland? Diese und etliche weitere Fragen standen im Zentrum der Debatte. 

«Linguistic Landscape»

Es zeigte sich in den Gesprächen, dass viele Austauschpartner/-innen dieselben Themen wälzen und manche sie innovativ angehen. Es zeigte sich aber auch, dass die PHSH die Vergleiche nicht zu scheuen braucht. «Im Spiegel der andern» fördert auch Selbsterkenntnis. Und da kann es dann sein, dass die Erkenntnis ist: Die eigene Entwicklung verläuft in einer guten Bahn. Die andern können auch von uns lernen.

Im Rahmen der PHSH-Tage stellte sich auch die neue Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung, Edina Krompák, vor. Sie tritt die Nachfolge von Markus Kübler an. Edina Krompák wird als Erstes ein Forschungsprojekt an die Hand nehmen, das vom Bundesamt für Kultur finanziert wird. Es behandelt die Wahrnehmung von sprachlichen Zeichen im öffentlichen Raum (Linguistic Landscape). Wie erfahren Kinder diese «Landschaft»? Und wie verarbeiten sie diese? Das Forschungsprojekt ist auf zwei Jahre angelegt.

Begegnung der andern Art

Der zweite Teil der PHSH-Tage war ebenfalls dem Austausch auf Hochschulebene gewidmet. Der Weg führte nach Bern an die IVP NMS, eine private Lehrerbildungsinstitution, welche der PH Bern angegliedert ist. Auch diese Gespräche waren intensiv. Sie wurden vornehmlich in den einzelnen Fachbereichen geführt. Die Berner waren gute Gastgeber. Es manifestierte sich in den Begegnungen ganz offensichtlich ein beidseitiges Interesse an wichtigen Fragen der Schulentwicklung.

Im kulturellen Teil stand eine «Begegnung der andern Art» im Mittelpunkt. Der Organist des Berner Münsters, Daniel Glaus, stellte den Gästen aus Schaffhausen das Innenleben seiner Orgeln vor. Die von ihm selbst konstruierte winddynamische Orgel im Mittelschiff machte den Anfang. Es wurde offenkundig, dass Orgel nicht gleich Orgel ist und der Orgelbau in jeder Beziehung dynamisch ist. Auch die grosse Orgel auf der Empore ist ein Faszinosum, sowohl klanglich als auch technisch. Glaus erläuterte das Windladen-System und die Mechanik der 55 Register. Schliesslich liess der Kirchenmusiker, der auch als Komponist tätig ist, einen Auszug aus seiner «Sinfonischen Passage 2» erklingen: ein beeindruckendes Klangerlebnis.

Marion Graf tritt in den Ruhestand 

Den Abschluss der PHSH-Tage in der «Dampfzentrale» an der Aare bildeten zwei Ehrungen und eine Verabschiedung. Für 15 Jahre Tätigkeit im Kanton Schaffhausen wurde Anita Bisig geehrt. Anita Bisig ist Dozentin in Bildung und Erziehung mit Schwerpunkt Sonderpädagogik. Bereits 25 Jahre steht Werner Schraff im Dienst des Kantons. Seine Verdienste als Instrumentallehrer wurden von Prorektorin Lizzi Wirz gewürdigt. Das langjährige Wirken Werner Schraffs in der Aufsichtskommission, aus der er nun zurücktritt, wurde speziell verdankt.

Marion Graf, Lehrerin für Sprachkompetenz Französisch, tritt in den Ruhestand. Rektor Thomas Meinen zeichnete ihren beruflichen Weg nach. Marion Graf war und ist als Publizistin und Übersetzerin von Werken aus dem Deutschen und dem Russischen tätig. Sie ist mit zahlreichen Übersetzerpreisen ausgezeichnet worden. Marion Graf wurde von ihren Kolleginnen und Kollegen mit einem warmem Applaus verabschiedet. Sie wird fehlen.

Dank und Anerkennung

Fehlen würden auch die PHSH-Tage, stünden sie nicht mehr auf dem Programm. Sie werden jeweils minuziös vorbereitet durch die Schulleitung, allen voran von Thomas Meinen, der die Teilnehmenden, wie erwähnt, in seine Heimatstadt entführte. Ihm gebühren ein grosser Dank und grosse Anerkennung.      

Text/Fotos: Thomas Meier