Aktuelle FE Projekte

Sprachland - Förderung der Mehrsprachigkeit durch Linguistic Landscape

Auf Empfehlung des Erziehungsdepartements des Kantons Schaffhausen und mit finanzieller Unterstützung des Bundesamts für Kultur wird an der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen das Projekt «Sprachland – Förderung der Mehrsprachigkeit durch Linguistic Landscape» (2019 - 2021) durchgeführt. Das Projekt findet seine theoretischen Wurzeln in der Erforschung von Linguistic Landscape. Linguistic Landscape befasst sich mit den sichtbaren sprachlichen Zeichen (Strassenschildern, Graffiti, Aufklebern und Symbolen) im öffentlichen Raum und stellt Fragen zum Sprachgebrauch und zur Sprachenpolitik des jeweiligen Quartiers und des jeweiligen Landes.

Das Projekt verfolgt zum einen das Ziel, die Erstsprachen und die individuelle Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler zu fördern, und zum andern, die Zusammenarbeit in einem multiprofessionellen Team (HSK-Lehrpersonen*, Klassenlehrpersonen, Dozierende und Studierende) zu ermöglichen. Darüber hinaus möchte das Projekt die Potenziale von Linguistic Landscape als didaktisches Werkzeug ausschöpfen und Möglichkeiten von dessen Verwendung im Unterricht eruieren. Durch die Auseinandersetzung mit den sprachlichen Zeichen werden sowohl die literale Kompetenz der Lernenden als auch ihre Language Awareness gefördert. Im Weiteren eröffnen sich Möglichkeiten für ausserschulisches Lernen.

  • Laufzeit: 2019 – 2021
  • Finanzierung: Bundesamt für Kultur (BAK)

  • Projektleitung: Dr. Edina Krompák
  • Projektteam: Dr. Thomas Meier, Philipp Saner, Lisa Wepfer (PHSH), Klassenlehrpersonen, HSK-Lehrpersonen des Kantons Schaffhausen, Studierende der PHSH.

* HSK - Heimatliche Sprache und Kultur

Spielbasierte Lernumgebungen im Zyklus 1 (2017 -2022)

Im Lehrplan 21 wird die Wichtigkeit der Verbindung von Spielen und Lernen (child initiated activities / free choice activities / free play) betont (EDK, Lehrplan 21, 2016, Grundlagen, S. 42-43). Gleichzeitig steigt der Anspruch an die 4- bis 8-jährigen Kinder, einen zielgerichteten Kompetenzaufbau vorzunehmen. Die internationale spieltheoretische Forschungsliteratur postuliert deshalb zu Recht die Aufgabe, „to create playful environments within a classroom setting that may have beneficial implications for learning“ (Crowley 2017, 238; Stamm 2016, 80). Die Verbindung von selbstgewählten und -gesteuerten (Lern-)aktivitäten einerseits mit einem zielgerichteten Kompetenzaufbau gemäss dem neuen Lehrplan andererseits erscheint auf den ersten Blick als unvereinbarer Zielkonflikt. In der aktuellen Forschung wird als vielversprechender Weg das „guided play“ postuliert (Fisher et al. 2010). Die Frage jedoch, wie Lernumgebungen beschaffen und konstruiert sein müssen, dass Kinder sie freiwillig wählen, sie bespielen und wie diese gleichzeitig den Erwerb von Kompetenzzielen gemäss Lehrplan unterstützen, ist bislang noch ungeklärt. Ebenfalls noch ungeklärt sind die Fragen, inwieweit die Kinder Impulse für solche spielbasierten Lernumgebungen durch Lehrpersonen benötigen und inwieweit eine professionelle Spielbegleitung den Kompetenzerwerb unterstützt? Zusätzlich ist noch ungeklärt, ob solche Lernumgebungen domänenspezifisch angelegt werden müssen oder ob hier allgemeine Kriterien formuliert werden können.

Ziel des Projektes sind empirisch fundierte Aussagen über die Qualitäts- und Konstruktionskriterien von spielbasierten Lernumgebungen und Hinweise darauf, wie Kinder dazu animiert werden können, diese zu bespielen, und welche Spielbegleitung dafür hilfreich sein kann.

An erster Stelle steht aktuell nach der Sichtung der internationalen Literatur, die Ausarbeitung einer dienlichen Modellierung, die Entwicklung präziser Fragestellungen und parallel dazu (mittels Pilotprojekten) die Erarbeitung von validen Erhebungsinstrumenten.

  • Leitung: Cornelia Rüdisüli, Sandra Di Sario, Markus Kübler
  • Finanzierung: Erstmittel der PHSH
  • Kooperation: geplant, noch offen
  • Mitarbeitende: NN

Kontakt: cornelia.ruedisueli@phsh.ch

Hinweis: Am 8. August 2019 findet an der PHSH eine Tagung zum Thema "Spielbasierte Lernumgebungen" statt. Siehe auch: Weiterbildungsprogramm der PHSH

Informatikwissen sichtbar machen im Zyklus 1 und 2 (2018 – 2022)

Kinder, die mit digitalen Geräten aufwachsen (engl. digital natives), bedienen diese sehr gekonnt. Oft hinkt jedoch das konzeptionelle Verständnis hinterher. Die grosse Herausforderung besteht darin, die Präkonzepte im Bereich Informatik sichtbar zu machen.  Informatikwissen wird im Lehrplan21 erschlossen über die Kompetenzbereiche Informatiksysteme, Algorithmen und Datenstrukturen sowie die in die Fächer integrierte Anwendung (EDK Lehrplan 21, Modul Medien und Informatik, 2016). Dabei handelt es sich um drei grundsätzlich verschiedene Arten von Informatikwissen: Sachwissen («Wie funktioniert das Internet?»), Anwendungswissen («Wie bediene ich ein Textverarbeitungsprogramm?») und algorithmisches Denken (abstrakte Darstellung von Abläufen).

Schülerinnen und Schüler im Zyklus 1 und 2 haben oft Mühe ihr Wissen zu verbalisieren, insbesondere komplexe technische Zusammenhänge. Kinderzeichnungen in Kombination mit Interviews eignen sich als Erhebungsmethode in der Medienforschung besonders, wenn es um emotionale oder konflikthafte Inhalte geht (Neuss 2017, S. 381) aber auch zur Erhebung von Wissensbeständen im Sachunterricht (Kübler 2017, S. 160-168). In diesem Projekt wird untersucht, inwiefern das informatische Sach- und Anwendungswissen mit dieser kombinierten Erhebungsmethode erschlossen und sichtbar gemacht werden kann. Weiter soll eine Erhebungsmethode entwickelt werden, so dass auch algorithmisches Denken visualisiert werden kann. 

  • Leitung: Bettina Waldvogel
  • Finanzierung: Erstmittel der PHSH
  • Kooperation: noch offen
  • Mitarbeitende: Bettina Waldvogel

Kontakt: bettina.waldvogel@phsh.ch