F&E Projekte

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Spielbasierte Lernumgebungen im Zyklus 1 (2017 -2022)

Im Lehrplan 21 wird die Wichtigkeit der Verbindung von Spielen und Lernen (child initiated activities / free choice activities / free play) betont (EDK, Lehrplan 21, 2016, Grundlagen, S. 42-43). Gleichzeitig steigt der Anspruch an die 4- bis 8-jährigen Kinder, einen zielgerichteten Kompetenzaufbau vorzunehmen. Die internationale spieltheoretische Forschungsliteratur postuliert deshalb zu Recht die Aufgabe, „to create playful environments within a classroom setting that may have beneficial implications for learning“ (Crowley 2017, 238; Stamm 2016, 80). Die Verbindung von selbstgewählten und -gesteuerten (Lern-)aktivitäten einerseits mit einem zielgerichteten Kompetenzaufbau gemäss dem neuen Lehrplan andererseits erscheint auf den ersten Blick als unvereinbarer Zielkonflikt. In der aktuellen Forschung wird als vielversprechender Weg das „guided play“ postuliert (Fisher et al. 2010). Die Frage jedoch, wie Lernumgebungen beschaffen und konstruiert sein müssen, dass Kinder sie freiwillig wählen, sie bespielen und wie diese gleichzeitig den Erwerb von Kompetenzzielen gemäss Lehrplan unterstützen, ist bislang noch ungeklärt. Ebenfalls noch ungeklärt sind die Fragen, inwieweit die Kinder Impulse für solche spielbasierten Lernumgebungen durch Lehrpersonen benötigen und inwieweit eine professionelle Spielbegleitung den Kompetenzerwerb unterstützt? Zusätzlich ist noch ungeklärt, ob solche Lernumgebungen domänenspezifisch angelegt werden müssen oder ob hier allgemeine Kriterien formuliert werden können.

Ziel des Projektes sind empirisch fundierte Aussagen über die Qualitäts- und Konstruktionskriterien von spielbasierten Lernumgebungen und Hinweise darauf, wie Kinder dazu animiert werden können, diese zu bespielen, und welche Spielbegleitung dafür hilfreich sein kann.

An erster Stelle steht aktuell nach der Sichtung der internationalen Literatur, die Ausarbeitung einer dienlichen Modellierung, die Entwicklung präziser Fragestellungen und parallel dazu (mittels Pilotprojekten) die Erarbeitung von validen Erhebungsinstrumenten.

  • Leitung: Cornelia Rüdisüli, Sandra Di Sario, Markus Kübler
  • Finanzierung: Erstmittel der PHSH
  • Kooperation: geplant, noch offen
  • Mitarbeitende: NN

Kontakt: cornelia.ruedisueli@phsh.ch

Hinweis: Am 8. August 2019 findet an der PHSH eine Tagung zum Thema "Spielbasierte Lernumgebungen" statt. Siehe auch: Weiterbildungsprogramm der PHSH

 

Informatikwissen sichtbar machen im Zyklus 1 und 2 (2018 – 2022)

Kinder, die mit digitalen Geräten aufwachsen (engl. digital natives), bedienen diese sehr gekonnt. Oft hinkt jedoch das konzeptionelle Verständnis hinterher. Die grosse Herausforderung besteht darin, die Präkonzepte im Bereich Informatik sichtbar zu machen.  Informatikwissen wird im Lehrplan21 erschlossen über die Kompetenzbereiche Informatiksysteme, Algorithmen und Datenstrukturen sowie die in die Fächer integrierte Anwendung (EDK Lehrplan 21, Modul Medien und Informatik, 2016). Dabei handelt es sich um drei grundsätzlich verschiedene Arten von Informatikwissen: Sachwissen («Wie funktioniert das Internet?»), Anwendungswissen («Wie bediene ich ein Textverarbeitungsprogramm?») und algorithmisches Denken (abstrakte Darstellung von Abläufen).

Schülerinnen und Schüler im Zyklus 1 und 2 haben oft Mühe ihr Wissen zu verbalisieren, insbesondere komplexe technische Zusammenhänge. Kinderzeichnungen in Kombination mit Interviews eignen sich als Erhebungsmethode in der Medienforschung besonders, wenn es um emotionale oder konflikthafte Inhalte geht (Neuss 2017, S. 381) aber auch zur Erhebung von Wissensbeständen im Sachunterricht (Kübler 2017, S. 160-168). In diesem Projekt wird untersucht, inwiefern das informatische Sach- und Anwendungswissen mit dieser kombinierten Erhebungsmethode erschlossen und sichtbar gemacht werden kann. Weiter soll eine Erhebungsmethode entwickelt werden, so dass auch algorithmisches Denken visualisiert werden kann. 

  • Leitung: Bettina Waldvogel
  • Finanzierung: Erstmittel der PHSH
  • Kooperation: noch offen
  • Mitarbeitende: Bettina Waldvogel

Kontakt: bettina.waldvogel@phsh.ch

 

Domänenspezifische Präkonzepte von Kindergarten- und Primarschulkindern (2016 – 2021)

Das Projekt „Domänenspezifische Präkonzepte von Kindergarten- und Primarschulkindern als Grundlage für die fachdidaktische Lehre, die Planung von Unterricht sowie die Gestaltung von Lehrmitteln im Fach Natur-Mensch-Gesellschaft (NMG)“ hat zwei Ziele: 1. Eine Übersicht über den Kenntnisstand der kindlichen Präkonzepte in den Bezugswissenschaften beziehungsweise Themata im Fachbereich NMG in Form eines Sammelbandes mit einem Überblick über die 12 Kompetenzbereiche des Fachbereiches NMG des Lehrplan 21. 2. Die gezielte Beforschung von Präkonzepten in denjenigen Domänen, in welchen unser Kenntnisstand noch wenig entwickelt ist. - Beide Ziele basieren auf der Erkenntnis, dass das Vorwissen bezw. die Vorstellungen von Schülerinnen und Schüler zu bestimmten Themata in NMG eine Schlüsselstellung im Lernprozess der Kinder einnehmen und dass die Kenntnis der Präkonzepte der Kinder essentiell für die Planung wirksamen Unterrichts sich präsentiert, wenn man von der Vorstellung ausgeht, dass Lernen eine Veränderung von Präkonzepten bedeutet. Die Frage ist nun, ob die kindlichen Präkonzepte über Phänomene der Welt typische Muster aufweisen oder ob sie zusammenhangslos und individualisiert anfallen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass in der Heterogenität bestimmte Vorstellungen häufiger auftreten als andere und dass diese Präkonzepte erstaunlich veränderungsresistent sind.

  • Leitung: Markus Kübler, Marco Adamina (PHBe), Katharina Kalcics (PHBe)
  • Finanzierung: Fachdidaktikprogramm von swissuniversities, Erstmittel der PHSH,
  • Kooperation: PH Bern, Klinkhardt Verlag
  • Mitarbeitende: Nicole Schuhmann (Doktorandin), Josua Dubach, Isabelle Föllmi (Masterstudierende), Eva Engeli (WiMa)

Buchpublikation: Adamina, M., Kübler, M., Kalcsics, K., Bietenhard, S., Engeli, E. (Hrsg.) (2018). Schülervorstellungen zu Themen des Sach- und Natur-Mensch-Gesellschaft-Unterrichts. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Kontakt: markus.kuebler@phsh.ch

 

Historisches Denken von 4- bis 10-jährigen Kindern in der deutsch-, italienisch- und romanischsprachigen Schweiz (2010 - 2014)

SNF Projekt-Nummer 100013_132207/1

  • Projektleitung: Dr. Markus Kübler (PHSH), Dr. Martin Eckstein (PHGR)
  • Projektteam: Sabine Bietenhader (PHGR), Dr. Claudio Stucky (PHSG), Urs Bisang (PHZH), Tina Ammann (PHSH)

Aktuelle Informationen finden Sie unter unserer Projekt-Website  www.historischesdenken.ch

Binnendifferenzierte Sachtexte als Unterstützung für den Erwerb von domänenspezifischen Wissensbeständen (2012 - 2015)

PH Schaffhausen, PH Graubünden, Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit - Universität Freiburg i. Br.

Sachtexte in Schulbüchern sind oft selbst für durchschnittlich begabte Kinder zu schwer; für schwächere Lernende und für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache sind sie in der Regel sprachlich überfordernd. Binnendifferenzierte Sachtexte sind deshalb eine Notwendigkeit für eine inklusive Schule. Es ist weiterhin anzunehmen, dass von diesen binnendifferenzierten Sachtexten ganz besonders Kinder mit nicht-deutscher Erstsprache profitieren würden. Als Nebeneffekt vermuten wir grössere Erfolgserlebnisse beim Lesen, der wiederum die Lernmotivation stärken würde. Untersucht wird, inwiefern sich die unterschiedlichen Textniveaus auf den Leistungszuwachs der Kindern im Alter von 9 bis 11 Jahren auswirken. Ausgewählt werden dabei sowohl Klassen im Raume Schaffhausen, die einen mittleren bis hohen Anteil an fremdsprachigen Kindern aufweisen. Eine stärkere Förderung der sprachlich benachteiligten wie auch der begabteren Kinder durch Binnendifferenzierung könnte die Verstehensleistungen von Inhalten im Sachunterricht steigern. Es ist anzunehmen, dass dieser Effekt sowohl für leistungsschwache wie auch für leistungsstarke LeserInnen zutrifft.

Das Projekt ein Teil eines grösseren Forschungsprogrammes gemeinsam mit der PHGR und dem Wissenschaftlichen Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit der Universität Freiburg. Im Jahr 2015 wird in Zusammenarbeit mit dem Lesezentrum Kassel, Universitäten Luxemburg und Klagenfurt, AHS Eupen, FH Nysa ein Kongress in Nysa (Polen) dazu stattfinden.

Die Website zur Studie:

Markus Kübler

Vorstellungen von Kindern über die Welt - wie 4- bis 8-jährige Kinder naturwissenschaftliche Themen (2013 - 2015)

Die Unterschiede im Wissensstand einzelner Kinder sind immer wieder erstaunlich. Doch wie kommen die verschiedenen Vorstellungen von Kindern zustande? Und welche Lernwege kann ich anbieten, damit Kinder unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem Wissensstand am besten lernen?

Die Ziele des Moduls sind: sich mit der „Sache“, einem naturwissenschaftlichen Thema und der aktuellen Forschung zur Denk- und Lernpsychologie von Kindern intensiv auseinanderzusetzen, das erworbene Wissen in die Erarbeitung und Herstellung von eigenen Lernwegen umzusetzen, die eigenen Lernwege sogleich selbst in den Klassen zu testen und die Erfolgsrate auszuwerten. Nach Festlegung des naturwissenschaftlichen Themas, des zu erreichenden Postkonzepts und der Gruppen wird eine Präkonzeptbefragung erarbeitet, um die Weltvorstellungen von Kindern in verschiedenen Klassen (evtl. versch. Alters, um den Verlauf der Vorstellungen und Ursachen zu ergründen) zu sammeln. Die anschliessende Evaluation der Vorstellungen dient als Grundlage für die Erarbeitung spezifischer Lernwege, die dann wiederum selbst in den Klassen getestet werden. Am Ende haben wir eine Mappe bestehend aus verschiedenen Themen und den dazugehörigen, evaluierten Lernwegen.

Jasmina Hugi

Wie sieht das musikalische Handeln und Lernen bei Kindern von 4 bis 8 Jahren aus? (2013 - 2015)

Kinder sind von Natur aus musikalisch. Die Prägung und Förderung ist bei der musikalischen Handlungsweise von Kindern sehr entscheidend. Wir beobachten und befragen Kinder bezüglich ihres musikalischen Lernens. Was für Wissen und Können bringen sie mit, wie sieht ihre musikalische Wahrnehmung und Erlebenswelt aus?

Was begünstigt musikalisches Handeln und Lernen bei einzelnen Kindern und auch den Musikunterricht in der Schule? Wie wird in einzelnen Kindergärten und in der Primarschule musikalisch gehandelt; gesungen, bewegt und musiziert, also wie wird der Lehrplan im Fach Musik dort umgesetzt?

Und welche Rahmenbedingungen, Methoden, Materialien und Ressourcen sind, resp. wären für eine sinnvolle und konkrete Umsetzung des Lehrplans Musik förderlich und erforderlich?

Béatrice Gründler

"Professionalisierung von Fachkräften im Elementarbereich (Primel)" (2012-2014)

Goethe-Universität Frankfurt, Universität Hannover, PH Weingarten, Universität Koblenz-Landau, PH St. Gallen, PH Schaffhausen

Idee, Fragestellung, Hintergrund

Als Folge verschiedener internationaler Vergleichsstudien hat es eine rege Diskussion um die Qualität (früh-) kindlicher Bildung und um die Professionalisierung von Fachkräften im vorschulischen und schulischen Bereich gegeben. Es soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit es pädagogischen Fachkräften mit unterschiedlichen Ausbildungen in der Elementarbildung gelingt, die durch die neuen Bildungspläne geforderte bereichsspezifische Bildungsarbeit im Kindergarten umzusetzen. Als Indikatoren werden dafür zum einen die gezielte und bewusste Begleitung und Intervention von Erzieher/innen in Freispielsituationen, zum anderen die Gestaltung von konkreten Bildungsangeboten genommen. Die Indikatoren soll verglichen werden bei Erzieher/innen mit fachschulischer Ausbildung mit akademisch ausgebildeten Frühpädagog/innen in Deutschland und der Schweiz

Vorgehen, Methode, Ablauf

Als Fragen wurden formuliert: Welchen Effekt auf die Qualität der Freispielbegleitung sowie der Angebotsplanung und -gestaltung haben unterschiedliche Ausbildungsmodelle für pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich in Deutschland (fachschulische und akademische Ausbildung) und der Schweiz (akademische Ausbildung)? In welcher Weise beeinflussen die Einstellungen, Fähigkeitsselbstkonzepte und das Fachwissen der pädagogischen Fachkräfte sowie die räumliche, materielle und personelle Ausstattung der Einrichtung diesen Effekt? Methodischer Ansatz: Fragebögen zur Erfassung der Rahmenbedingungen in der Einrichtung, des domänenspezifischen Wissens und der Einstellungen zu verschiedenen Bildungsbereichen der Frühpädagog/-innen; Videographische Aufzeichnung des Kindergartenalltags in Freispiel- und 2. Angebotssituationen.

Förderbetrag 760.000 € Bundesministerium für Bildung und Forschung

Carine Burckhardt