Habilitation von Markus Kübler

09.12.2016

Markus Kübler, Dozent und Forschungsleiter an der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen, hat sich an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) habilitiert. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel «Historisches Denken von vier- bis zehnjährigen Kindern in der deutsch-, italienisch- und romanischsprachigen Schweiz».

Markus Kübler geht darin der Frage nach, wie sich das Geschichtsbewusstsein von Kindern entwickelt. Er unterscheidet dabei vier Komplexitätsstufen: 1. Begriffskenntnis und Verwendung, 2. Nennung von Zusammenhängen, 3. Einsicht in den Rekonstruktionscharakter sowie 4. Zeit-, Perspektiven- und Interessengebundenheit geschichtlicher Aussagen.

Auffälligstes Resultat ist laut dem Gutachten von Joachim Kahlert von der LMU, dass die grösste Zunahme zwischen dem Kindergartenalter und der 2. Primarklasse mit Bezug auf die Stufen 1 und 2 zu verzeichnen ist. Interessant scheint auch, dass sich auf den ersten drei Stufen die Knaben stärker als die Mädchen auf Konflikte fokussieren und auch mehr über Technologien und Waffen wissen.

Überraschenderweise besteht kein Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Sachbüchern und den erreichten Komplexitätsstufen 1-3, was allenfalls damit erklärt werden kann, dass heute zahlreiche andere Quellen zur Verfügung stehen. Als Wissensquellen werden von den Kindern neben Sachbüchern Filme, Museumsbesuche und die Erzählungen der Eltern genannt. Erwartbar war die positive Korrelation zwischen der Lesefähigkeit der Kinder und ihren Leistungen auf allen Komplexitätsniveaus.

Die PHSH gratuliert Markus Kübler zur grossartigen Leistung. Seine Schrift wurde von der Habilitationskommission der Fakultät Pädagogik/Psychologie der LMU am 30. Oktober 2016 ohne jede Einschränkung angenommen. Die LMU erteilt ihm die Venia in «Grundschulpädagogik und -didaktik mit dem Schwerpunkt Didaktik des Sachunterrichts».

Die PHSH hat diesen grossen Schritt am 8. Dezember 2016 gefeiert und aus verschiedenen Perspektiven gewürdigt. Thomas Meinen, der Rektor der PHSH, begrüsste Dr. habil. Markus Kübler sowie die zahlreichen Gäste. In seiner Würdigung unterstrich er die Bedeutung der Forschung von Markus Kübler für die Entwicklung der PHSH. Er ging auch auf auf die verschiedenen Funktionen ein, die Markus Kübler an der PHSH bekleidet, sowie auf die grosse Arbeitsleistung, die er in den vergangenen Jahren bewältigt hat. Eva Engeli, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungsprojekten von Markus Kübler mitwirkt, würdigte ihren Vorgesetzten auf eine persönliche und amüsante Art und Weise und gab den Zuhörenden einen Einblick in das Büro, in dem die grosse Arbeit «ausgebrütet wurde». Urs Bisang und Martin Eckstein schilderten ihre Sicht als Kollegen aus dem Team des Forschungsprojektes.

Alle Redenden lobten Markus Kübler als Schnelldenker, unermüdlichen Schaffer, hochmotivierten Pädagogen, aufmerksamen Beobachter, unterhaltsamen und humorvollen Erzähler. Der Gefeierte gab dem Publikum dann sogleich eine Kostprobe seiner Fähigkeiten und analysierte das Bild eines sechsjährigen Knaben. Markus Kübler schloss mit dem Dank an die an die ca. 500 Personen, die am Forschungsprojekt beteiligt waren. Er verglich die Projektleitung mit dem Management eines KMU. Rektor Thomas Meinen belegte dies mit einem Zitat aus dem Gutachterbericht. Besonders gewürdigt wird «die grosse Leistung im Management dieses komplexen Forschungsprojektes».

Fotos: Lizzi Wirz.