PHSH-Projekte

Spielbasierte Lernumgebungen im Zyklus 1 (2016 -2020)

Im Lehrplan 21 wird die Wichtigkeit der Verbindung von Spielen und Lernen (child initiated activities / free choice activities) betont (EDK, Lehrplan 21, 2016, Grundlagen, S. 42-43). Gleichzeitig steigt der Anspruch an die 4- bis 8-jährigen Kinder, einen zielgerichteten Kompetenzaufbau vorzunehmen. Die internationale spieltheoretische Literatur postuliert deshalb zu Recht die Aufgabe, „to create playful environments within a classroom setting that may have beneficial implications for learning“ (Crowley 2017, 238). Die Verbindung von freiwilligen, selbstgewählten und selbstgesteuerten Lernaktivitäten mit einem zielgerichteten Kompetenzaufbau gemäss dem neuen Lehrplan erscheint auf den ersten Blick als unvereinbarer Zielkonflikt. Die Fragestellung bei der Einführung des Lehrplan 21 im Zyklus 1 muss deshalb sein, wie Lernumgebungen beschaffen und konstruiert sein müssen, dass Kinder sie freiwillig wählen und dass sie gleichzeitig den Erwerb von Kompetenzzielen des Lehrplans 21 unterstützen. Das Projekt erforscht die Gelingensbedingungen in theoretischer wie praktischer Hinsicht, wie solche Lernumgebungen konkret konstruiert werden können.

Leitung: Cornelia Rüdisüli, Sandra Di Sario, Markus Kübler

Finanzierung: Erstmittel der PHSH

Kooperation: noch offen

Mitarbeitende: Cornelia Rüdisüli

Kontakt: cornelia.ruedisueli@phsh.ch

 

Domänenspezifische Präkonzepte von Kindergarten- und Primarschulkindern (2016 – 2021)

Das Projekt „Domänenspezifische Präkonzepte von Kindergarten- und Primarschulkindern als Grundlage für die fachdidaktische Lehre, die Planung von Unterricht sowie die Gestaltung von Lehrmitteln im Fach Natur-Mensch-Gesellschaft (NMG)“ hat zwei Ziele: 1. Eine Übersicht über den Kenntnisstand der kindlichen Präkonzepte in den Bezugswissenschaften beziehungsweise Themata im Fachbereich NMG in Form eines Sammelbandes mit einem Überblick über die 12 Kompetenzbereiche des Fachbereiches NMG des Lehrplan 21. 2. Die gezielte Beforschung von Präkonzepten in denjenigen Domänen, in welchen unser Kenntnisstand noch wenig entwickelt ist.  - Beide Ziele basieren auf der Erkenntnis, dass das Vorwissen bezw. die Vorstellungen von Schülerinnen und Schüler zu bestimmten Themata in NMG eine Schlüsselstellung im Lernprozess der Kinder einnehmen und dass die Kenntnis der Präkonzepte der Kinder essentiell für die Planung wirksamen Unterrichts sich präsentiert, wenn man von der Vorstellung ausgeht, dass Lernen eine Veränderung von Präkonzepten bedeutet. Die Frage ist nun, ob die kindlichen Präkonzepte über Phänomene der Welt typische Muster aufweisen oder ob sie zusammenhangslos und individualisiert anfallen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass in der Heterogenität bestimmte Vorstellungen häufiger auftreten als andere und dass diese Präkonzepte erstaunlich veränderungsresistent sind.

Leitung: Markus Kübler, Marco Adamina (PHBe), Katharina Kalcics (PHBe)

Finanzierung: Fachdidaktikprogramm von swissuniversities, Erstmittel der PHSH,

Kooperation: PH Bern, Klinkhardt Verlag

Mitarbeitende: Jasmina Hugi, Nicole Schuhmann (Doktorandin), NN

Kontakt: markus.kuebler@phsh.ch

 

Binnendifferenzierte Sachtexte zur Förderung des Erwerbs von domänenspezifischen Konzepten (BiST_2) (2017 – 2020)

Das Projekt geht von folgenden Voraussetzungen aus: Lehrmittel und deren Sachtexte werden immer noch als zentral für den Unterricht erachtet. Diese sind in der Regel im Durchschnitt immer noch deutlich zu schwer für die vorgesehenen Zielstufen. Dies stellt insbesondere für fremdsprachige oder schwache LeserInnen eine zusätzlich erschwerende Hürde für den Kompetenzerwerb bei Sachthemen dar. Die noch beschränkte oder fehlende Binnendifferenzierung in den Lehrmitteln oder Unterrichtsmaterialien stellt ein praktisches Hindernis für die Inklusion aller Kinder in der Regelschule dar. Einbezogen in das Projekt werden die Grundlagen der Leseforschung, der Conceptual-Change-Theorie wie auch die Ergebnisse der Erforschung historischer Konzepte von Kindern. Das aktuelle Projekt basiert zudem auf den Ergebnissen einer ersten Studie (BiST 1, 2012 - 2014), die zeigen konnte, dass binnendifferenzierte Sachtexte bei leseschwächeren Kindern einen überdurchschnittlichen Lernzuwachs beim Sachwissen ermöglichte, während dies bei der Konzeptentwicklung nicht der Fall war. Um eine Konzeptentwicklung zu fördern – so die Annahme – ist zusätzlich zu der Binnendifferenzierung der Sachtexte auch ein ko-konstruktives Unterrichtssetting nötig. Die notwendigen Daten werden mittels eines halbstandardisierten Interviews und einer Legeaufgabe gewonnen. Bedeutsam ist das Projekt aus wissenschaftlicher Sicht für die Förderung und Messung von Konzeptentwicklung im historischen Denken von Kindern; ebenfalls bedeutsam sind die Ergebnisse des Projekts für Lehrerinnen und Lehrer und Lehrmittelproduzenten im deutschen und romanischen Sprachraum.

Leitung: Markus Kübler, Andreas Imhof (PHGR), Manfred Gross (PHGR)

Finanzierung: Erstmittel der PHSH und PHGR und Drittelmittel vorgesehen

Kooperation: PH Graubünden, Chur

Mitarbeitende: Eva Engeli, Annalea Stuppan, Doktorandin (NN)

Kontakt: markus.kuebler@phsh.ch, andreas.imhof@phgr.ch

Publikation: Imhof, A., Engeli., E., Kübler, M. (2016). Binnendifferenzierte Sachtexte als Unterstützung für den Erwerb von domänenspezifischen Wissensbeständen und Konzepten. Executive Summary. Herausgeber: Institut für Mehrsprachigkeit. Freiburg / Fribourg. Abrufbar unter: http://www.institut-plurilinguisme.ch/de/publications#4838

 

Kurzerkundungen im Kanton Schaffhausen – Unterrichtseinheiten für das ausserschulische Lernen im Rahmen des „Naturpark Schaffhausen“ (2013 – 2019)

Ausserschulisches Lernen ist seit jeher eine attraktive Lernform. In den letzten Jahren sind jedoch die Anforderungen an die Sicherheit und die Betreuungsdichte von ausserschulischen Aktivitäten stark gestiegen. Dies hat dazu geführt, dass viele Lehrerinnen und Lehrer den organisatorischen und inhaltlichen Aufwand seltener auf sich nehmen. Gleichzeitig erhält im Fach NMG des Lehrplan 21 die Begegnung mit der Welt eine wichtige Bedeutung! Zudem zeigt die Forschung, dass gut gestaltete Erkundungen der Umwelt einen hohen und nachhaltigen Lerneffekt mit sich bringen. Die „Kurzerkundungen im Kanton Schaffhausen“ bieten den Lehrerinnen und Lehrern vollständig vorbereitete Unterrichtssequenzen / Lernumgebungen für das ausserschulische Lernen am Ort, mit Sachinformationen, mit einem Unterrichtskonzept und konkreten Arbeitsmaterialien für die Lernenden (in PDF Format) auf der Homepage des Naturpark Schaffhausen. Das Angebot wird laufend ergänzt.

Leitung: Eva Engeli, Markus Kübler

Finanzierung: Erstmittel der PHSH

Mitarbeitende: Eva Engeli, Studierende der PHSH

Kooperation: mit Naturpark Schaffhausen, Wilchingen

Kontakt: eva.engeli@phsh.ch

Link: http://www.naturpark-schaffhausen.ch/de/leben-und-entdecken/angebote-fuer-schulen/selbststaendige-exkursionen

 

Historisches Denken von 4- bis 10-jährigen Kindern in der deutsch-, italienisch- und romanischsprachigen Schweiz (2010 - 2014)

SNF Projekt-Nummer 100013_132207/1

Projektleitung: Dr. Markus Kübler (PHSH), Dr. Martin Eckstein (PHGR)

Projektteam: Sabine Bietenhader (PHGR), Dr. Claudio Stucky (PHSG), Urs Bisang (PHZH), Tina Ammann (PHSH)

Aktuelle Informationen finden Sie unter unserer Projekt-Website:

siehe: www.historischesdenken.ch

Binnendifferenzierte Sachtexte als Unterstützung für den Erwerb von domänenspezifischen Wissensbeständen (2012 - 2015)

PH Schaffhausen, PH Graubünden, Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit - Universität Freiburg i. Br.

Sachtexte in Schulbüchern sind oft selbst für durchschnittlich begabte Kinder zu schwer; für schwächere Lernende und für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache sind sie in der Regel sprachlich überfordernd. Binnendifferenzierte Sachtexte sind deshalb eine Notwendigkeit für eine inklusive Schule. Es ist weiterhin anzunehmen, dass von diesen binnendifferenzierten Sachtexten ganz besonders Kinder mit nicht-deutscher Erstsprache profitieren würden. Als Nebeneffekt vermuten wir grössere Erfolgserlebnisse beim Lesen, der wiederum die Lernmotivation stärken würde. Untersucht wird, inwiefern sich die unterschiedlichen Textniveaus auf den Leistungszuwachs der Kindern im Alter von 9 bis 11 Jahren auswirken. Ausgewählt werden dabei sowohl Klassen im Raume Schaffhausen, die einen mittleren bis hohen Anteil an fremdsprachigen Kindern aufweisen. Eine stärkere Förderung der sprachlich benachteiligten wie auch der begabteren Kinder durch Binnendifferenzierung könnte die Verstehensleistungen von Inhalten im Sachunterricht steigern. Es ist anzunehmen, dass dieser Effekt sowohl für leistungsschwache wie auch für leistungsstarke LeserInnen zutrifft.

Das Projekt ein Teil eines grösseren Forschungsprogrammes gemeinsam mit der PHGR und dem Wissenschaftlichen Kompetenzzentrum für Mehrsprachigkeit der Universität Freiburg. Im Jahr 2015 wird in Zusammenarbeit mit dem Lesezentrum Kassel, Universitäten Luxemburg und Klagenfurt, AHS Eupen, FH Nysa ein Kongress in Nysa (Polen) dazu stattfinden.

Die Website zur Studie:

Markus Kübler

Vorstellungen von Kindern über die Welt - wie 4- bis 8-jährige Kinder naturwissenschaftliche Themen (2013 - 2015)

Die Unterschiede im Wissensstand einzelner Kinder sind immer wieder erstaunlich. Doch wie kommen die verschiedenen Vorstellungen von Kindern zustande? Und welche Lernwege kann ich anbieten, damit Kinder unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem Wissensstand am besten lernen?

Die Ziele des Moduls sind: sich mit der „Sache“, einem naturwissenschaftlichen Thema und der aktuellen Forschung zur Denk- und Lernpsychologie von Kindern intensiv auseinanderzusetzen, das erworbene Wissen in die Erarbeitung und Herstellung von eigenen Lernwegen umzusetzen, die eigenen Lernwege sogleich selbst in den Klassen zu testen und die Erfolgsrate auszuwerten. Nach Festlegung des naturwissenschaftlichen Themas, des zu erreichenden Postkonzepts und der Gruppen wird eine Präkonzeptbefragung erarbeitet, um die Weltvorstellungen von Kindern in verschiedenen Klassen (evtl. versch. Alters, um den Verlauf der Vorstellungen und Ursachen zu ergründen) zu sammeln. Die anschliessende Evaluation der Vorstellungen dient als Grundlage für die Erarbeitung spezifischer Lernwege, die dann wiederum selbst in den Klassen getestet werden. Am Ende haben wir eine Mappe bestehend aus verschiedenen Themen und den dazugehörigen, evaluierten Lernwegen.

Jasmina Hugi

Wie sieht das musikalische Handeln und Lernen bei Kindern von 4 bis 8 Jahren aus? (2013 - 2015)

Kinder sind von Natur aus musikalisch. Die Prägung und Förderung ist bei der musikalischen Handlungsweise von Kindern sehr entscheidend. Wir beobachten und befragen Kinder bezüglich ihres musikalischen Lernens. Was für Wissen und Können bringen sie mit, wie sieht ihre musikalische Wahrnehmung und Erlebenswelt aus?

Was begünstigt musikalisches Handeln und Lernen bei einzelnen Kindern und auch den Musikunterricht in der Schule? Wie wird in einzelnen Kindergärten und in der Primarschule musikalisch gehandelt; gesungen, bewegt und musiziert, also wie wird der Lehrplan im Fach Musik dort umgesetzt?

Und welche Rahmenbedingungen, Methoden, Materialien und Ressourcen sind, resp. wären für eine sinnvolle und konkrete Umsetzung des Lehrplans Musik förderlich und erforderlich?

Béatrice Gründler

"Professionalisierung von Fachkräften im Elementarbereich (Primel)" (2012-2014)

Goethe-Universität Frankfurt, Universität Hannover, PH Weingarten, Universität Koblenz-Landau, PH St. Gallen, PH Schaffhausen

Idee, Fragestellung, Hintergrund

Als Folge verschiedener internationaler Vergleichsstudien hat es eine rege Diskussion um die Qualität (früh-) kindlicher Bildung und um die Professionalisierung von Fachkräften im vorschulischen und schulischen Bereich gegeben. Es soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit es pädagogischen Fachkräften mit unterschiedlichen Ausbildungen in der Elementarbildung gelingt, die durch die neuen Bildungspläne geforderte bereichsspezifische Bildungsarbeit im Kindergarten umzusetzen. Als Indikatoren werden dafür zum einen die gezielte und bewusste Begleitung und Intervention von Erzieher/innen in Freispielsituationen, zum anderen die Gestaltung von konkreten Bildungsangeboten genommen. Die Indikatoren soll verglichen werden bei Erzieher/innen mit fachschulischer Ausbildung mit akademisch ausgebildeten Frühpädagog/innen in Deutschland und der Schweiz

Vorgehen, Methode, Ablauf

Als Fragen wurden formuliert: Welchen Effekt auf die Qualität der Freispielbegleitung sowie der Angebotsplanung und -gestaltung haben unterschiedliche Ausbildungsmodelle für pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich in Deutschland (fachschulische und akademische Ausbildung) und der Schweiz (akademische Ausbildung)? In welcher Weise beeinflussen die Einstellungen, Fähigkeitsselbstkonzepte und das Fachwissen der pädagogischen Fachkräfte sowie die räumliche, materielle und personelle Ausstattung der Einrichtung diesen Effekt? Methodischer Ansatz: Fragebögen zur Erfassung der Rahmenbedingungen in der Einrichtung, des domänenspezifischen Wissens und der Einstellungen zu verschiedenen Bildungsbereichen der Frühpädagog/-innen; Videographische Aufzeichnung des Kindergartenalltags in Freispiel- und 2. Angebotssituationen.

Förderbetrag 760.000 € Bundesministerium für Bildung und Forschung

Carine Burckhardt

Everybody should speak American, right? (2012)

Was ist «English as a Lingua Franca» und wie manifestiert diese sich im Klassenzimmer?

Idee, Fragestellung, Hintergrund

Wir evaluieren, wie gut Lernende verschiedene englische Akzente und Dialekte verstehen und wie Lehrpersonen das Verstehen von verschiedenen Akzenten und Dialekten fördern. Wir entwickeln gut aufgebaute Hörverstehensaufgaben für Kinder; wir analysieren, wie das aktuelle Lehrmittel ELF («English as a lingua franca») unterstützt.

Das Ziel dieses Projekts ist es, zu entdecken, wie ELF als Unterrichtsprinzip im Englischunterricht erlebt, verstanden und präsentiert wird.

Vorgehen, Methode, Ablauf

Lesen aktueller (englischsprachiger) Literatur über ELF und Hörverstehensbeurteilungsaufgaben. Beobachtungen (am Bahnhof, Rheinfall usw.) von Akzenten und Dialekten in der örtlichen Gesellschaft (was hören Kinder jeden Tag?). Analysieren von Hörverstehensaktivitäten in der Volksschule. Entwicklung von Aktivitäten mit dem gleichen Text aber verschiedenen Akzenten. SchülerInnen in einer 3. Klasse untersuchen, wie gut sie verschiedene Akzente verstehen.

Laura Loder Büchel

Handlungsstrategien bei schwierigen Situationen von Junglehrpersonen im Umgang mit Eltern (2012)

Idee, Fragestellung, Hintergrund

Rückmeldungen von Junglehrpersonen haben ergeben, dass die Elternarbeit als Belastungssituation wahrgenommen wird. Die Handlungsstrategien scheinen nicht auszureichen, um diese Situationen adäquat zu bewältigen. Es interessiert uns, welches Wissen die ehemaligen Studierenden wie anwenden, um Aufgaben zu lösen, die sich im Umgang mit den Eltern ergeben. Welches sind verwendete Handlungsstrategien? Welchen Theorien (auch Alltagstheorien) sind handlungsleitend? Welches sind Theorien, die sich als träges Wissen erweisen?

Vorgehen, Methode, Ablauf

Wir befassen uns zuerst mit den bestehenden Forschungsresultaten zur Thematik. Dann erfragen wir schriftlich schwierige Situationen von Junglehrpersonen im Umgang mit Eltern. Weiter werden wir in einem Interview die Handlungsstrategien erheben, welche die Junglehrpersonen in schwierig empfundenen Situationen im Umgang mit Eltern anwenden. Die schwierigen Situationen der Junglehrpersonen im Umgang mit Eltern werden erfahrenen und bewährten Lehrpersonen vorgestellt und deren mögliche Handlungsstrategien in solchen Situationen erfragt.

Martina Funke

Kontakt

Markus Kübler

+41 43 305 49 29

markus.kuebler@phsh.ch